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Ungebetene Gäste im Garnelenaquarium

Planarien

Planarien sind max. 1.5cm lange Plattwürmer mit einem dreieckigen Kopf. Zu erkennen sind sie am einfachsten, wenn sie der Scheibe entlang kriechen. Sie bilden einerseits ein ästhetisch Problem und andererseits munkelt man, dass sie den jungen Garnelen nachstellen. Für einen Garnelenhalter eine lösbare Aufgabe, denn es gibt mehrere Bekämpfungsmethoden:

Bestandesreduktion durch manuelles Ablesen der Planarien. Leider ist dadurch eine substantielle Dezimierung nicht möglich, da der grösste Teil der Population verborgen im Bodengrund lebt. Besser eigenen sich Planarienfallen. Dabei bietet man einen „tierischen“ Köder (z.B. Frostfischfutter oder ein kleines Stückchen Fleisch), wartet, bis sich die Tiere eingefunden haben und entfernt diese dann.

Flubenol enthält den Wirkstoff Flubendazol. Der Wirkstoff verhindert den Transport über Microtubluli innerhalb der Zelle einer Planarie. Die Energiebereitstellung wird unterbrochen, so dass die Tiere sozusagen verhungern. Flubenol ist ein rezeptpflichtiges Medikament gegen Bandwürmer. In der Schweiz ist nur das Gel erhältlich. Es kann direkt beim Tierarzt bezogen werden. Flubenol wirkt auch bei anderen Aquarienbewohnern.  Vor allem Turmdeckelschnecken und Apfelschnecken überleben eine Behandlung nicht. Garnelen überstehen die Behandlung mit Flubenol ohne Probleme. Man sollte darauf achten, dass eine Medikamentenbehandlung nicht prophylaktisch angewendet werden sollte. Das biologische Gleichgewicht eines Aquariums kann erheblich gestört werden, vor allem wenn viele Schnecken verenden. Gegebenenfalls vor und nach der Behandlung die TDS entfernen. Flubendazol ist noch lange nach der Behandlung in geringen Mengen im Aquarium vorhanden. Für Apfelschnecken ist auch eine sehr geringe Dosis tödlich.

Dosis: Am besten stellt man gleich eine Lösung von 50 ml her. Ansonsten wird das Messen sehr ungenau. 1 g Flubenol in 50 ml Wasser auflösen. Am einfachsten geschieht dies in einem verschliessbaren Reagenzgefäss. Gut schütteln, es wird nicht der ganze Gel aufgelöst, Flockenbildung ist normal. Daraus nimmt man mit einer Spritze 3 ml für 25 Liter Aquarienwasser. Die gesamte Lösung reicht also für 425 Liter. Überdosierung und Unterdosierung ist nicht zu empfehlen. Es könne resistente Planarien auftreten. Besser ist es die Behandlungsdauer zu verlängern.

Unser Behandlungsvorschlag: Während 6 Wochen alle 2 Wochen die normale Dosis Flubenol nach dem Wasserwechsel dazugeben. Wasserwechsel wie gewohnt durchführen, ca. 1/3 jede Woche. Auch wenn schon nach der ersten Behandlung alle Planarien verschwunden sind muss die Behandlung zu Ende geführt werden.

Als Alternative ist auch eine Behandlung mit Panacur 250mg möglich. Die Schnecken sollen eine solche Behandlung überstehen, wobei es empfohlen ist, prophylaktisch sämtliche Schnecken vor der Behandlung aus dem Becken zu nehmen. 

Dosis: 1 Tablette reicht für 400l Aquarienwasser. Am besten lässt sich die Tablette mit einem Küchenmörser mahlen und danach mit Wasser anrühren. Leider löst sich Panacur nicht vollständig in Wasser. Die nicht löslichen Teile werden einfach mit ins Aquarium gegeben.

Behandlungsempfehlung: Nach der Erstbehandlung eine Zweitdosis nach 7-10 Tagen verabreichen. Dadurch werden auch Tiere abgetötet, welche sich bei der ersten Behandlung im Bodengrund von der Wirkung schützen konnten sowie Tiere, die sich dann noch im Ei-Stadium befanden.

Als weitere Möglichkeit bietet sich Pulver aus der Betelnuss an. Die Firma Genchem führt ein Produkt unter dem Namen „No Planaria“.

Nach der erfolgreichen Behandlung - unabhängig vom verwendeten Präparat - ist ein oder mehrere grosse Wasserwechsel durchzuführen. Ergänzend kann temporär über Aktivkohle gefiltert werden, um Medikamentenreste zu entfernen.
 

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