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Wasserwerte

Zwerggarnelen lieben sauberes, keimarmes und unbelastetes Wasser. Regelmässige Wasserwechsel sind für die erfolgreiche Haltung und Vermehrung deshalb wichtig. Auch wenn bzgl. Wasserwechselhäufigkeit und -menge die Meinungen auseinandergehen, empfehlen wir den wöchentlichen Austausch von 20-50%. Die Menge des auszutauschenden Wassers ist abhängig von der Besatzdichte, der Fütterung und weiteren Faktoren. Eine Patentlösung gibt es nicht. Durch die Tatsache, dass es durch biologische Vorgänge Abfallprodukte (absterbende Pflanzenteile, Futterreste, Ausscheidungen von Garnelen und Schnecken) bilden, kommt es mit der Zeit zu einem Anstieg der Konzentration einzelner Stoffe (z.B. Nitrat). Mit einem regelmässigen und grosszügigen Wasserwechsel reduziert man die Schadstoffkonzentration jeweils deutlich.

Beim Frischwasser ist auf dessen angeglichene Temperatur und die Härte zu achten. Während die Neocaridina-Arten gut mit hartem Wasser (dGH > 15°) zurechtkommen, verlangen die meisten Caridina-Arten mittelhartes, weiches und teils sehr weiches Wasser (dGH < 10°). Für die Herstellung von Weichwasser (mit tiefer Gesamthärte und minimaler Karbonathärte) bietet sich die Nutzung einer Umkehrosmoseanlage zur Herstellung von Reinwasser an. Das damit gewonnene Reinwasser wird anschliessend auf die erforderlichen Werte mit einem geeigneten „Salz“ aufgehärtet. Bestimmt ist dies eine etwas aufwändige Variante. Zur Herstellung der optimalen Lebensbedingungen, also wie in den natürlichen Habitaten der Garnelen, ist dieser Weg aber sinnvoll.

Garnelen reagieren sehr empfindlich auf Wasserverunreinigungen. Insbesondere darf das Wasser kein Kupfer enthalten. Kupfer wirkt in geringsten Mengen toxisch auf Garnelen und bedeutet der sichere Tod. Neue Kupferleitungen geben Kupfer ab, nach einigen Jahren bildet sich eine Oxidschicht. Im Zweifelsfall einen Kupfertest kaufen oder ausleihen. Zur Bestimmung der Wasserwerte des verfügbaren Trinkwassers empfehlen wir die Begutachtung der Wasseranalyseresultate des örtlichen Wasserversorgers. Diese sind i.d.R. im Internet abrufbar und geben wichtige Hinweise für die Tauglichkeit des Ausgangswassers. Beispiele von Garnelenaquarien

Bevor Garnelen in ein neu eingerichtetes Becken eingesetzt werden, gilt es, dieses „einzufahren“. Da die Bildung der Mikrofauna einige Wochen in Anspruch nimmt, kommt es in der ersten Phase zum sog. Nitritpeak. Dieser entsteht dadurch, dass der Stickstoffkreislauf (sog. Nitrifikation) im neu eingerichteten Aquarium noch nicht funktioniert. Anfallende Stoffwechselausscheidungen (z.B. auch von Schnecken) oder abgestorbene Pflanzenteile und auch Futterreste enthalten Ammonium/Ammoniak. Dieses wird vom Bakterium Nitrosomonas zum giftigen Nitrit umgewandelt (oxidiert). Im nächsten Schritt oxidiert Nitrobacter Nitrit zu Nitrat. Nitrat wiederum dient Pflanzen als Nährstoff-/Stickstoffquelle für deren Wachstum. Das Einspielen dieser Kette und insbesondere die Ansiedelung von Nitrobacter benötigt je nach Aquarium Setup 3-6 Wochen Zeit. Wir empfehlen ein Garnelenaquarium rund 4 Wochen einzufahren. Dabei macht es Sinn, jede Wochen einen ordentlichen Wasserwechsel durchzuführen. Bei Becken, welche mit aktiven Bodensubstraten bestückt werden, empfehlen wir die gleiche Geduld zu bewahren, auch wenn einige Hersteller damit werben, dass die Garnelen nach einigen Stunden direkt eingesetzt werden können. Ein solch frisch eingerichtetes Becken ist „biologisch steril“ und bietet z.B. noch nicht die Möglichkeit für die Garnelen, den Bodengrund abzuweiden. Es fehlt in diesem Stadium die gesamte Bio-Flora und –Fauna.

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